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21. Mai 2011, Neue Zürcher Zeitung

Die Frauen und die Prostitution

Eine Grundsatzdiskussion führen - ohne Moralfinger



Wie soll es mit der Prostitution in Zürich weitergehen. In die gegenwärtige Diskussion rund um den Entwurf für eine gesetzliche Regelung mischt sich die Zürcher Frauenzentrale ein und nimmt damit ein altes Anliegen wieder auf - mit neuem Ansatz.

Brigitte Hürlimann

Die Familienzerrüttung, die sittliche Entgleisung Jugendlicher und die Geschlechtskrankheiten nähmen in "erschreckender Weise Überhand", heisst es in der Eingabe an den Stadtrat, die unter anderem von der Frauenzentrale unterzeichnet ist. Und im gleichen Traktat geht es weiter: "Für die Volksseuche der Prostitution darf weder Asyl- noch Wohnrecht Geltung haben". Den Dirnen in der Stadt Zürich sei es möglich, fast schrankenlos zu schalten und walten, "zu ihrem eigenen Ruin und zum Verderben von Gesundheit, Familienglück und jugendlicher Reinheit ihrer Mitmenschen". Wir schreiben das Jahr 1924, und es soll nicht das lezte Mal sein, Dass sich die Frauenzentrale in die lokale Prostitutions-Diskussion einmischt. Allerdings haben sicher Tonfall und der Fokus in den vergangenen Jahrzehenten doch deutlich geändert. Weiterlesen