Junge Frauen in die Politik
Eine Podiumsdiskussion
An einer von der Frauenzentrale organisierten Podiumsdiskussion im Oktober 2006 berichteten junge Politikerinnen über die Beweggründe für ihr politisches Engagement, ihren Einstieg in die Politik sowie über ihre politische Arbeit. Ziel war junge Frauen anzuregen, am politischen Leben teilzunehmen, Verantwortung zu übernehmen und sich politisch zu engagieren.
Frauen bewegen sich auch im 21. Jahrhundert noch nicht selbstverständlich auf dem politischen Parkett. Dies zeigen die von der FZ-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher präsentierten Facts auf. Obwohl die Frauen mehr als 50 Prozent der Wohnbevölkerung ausmachen, sind sie gesamtschweizerisch nur mit rund 25 Prozent in der Exekutive und Legislative vertreten. Im Kanton St.Gallen sind wir in der erfreulichen Lage, dass drei von sieben Sitze im Regierungsrat von Frauen besetzt sind. Im Kantonsrat erhöhte sich der Frauenanteil bei den letzten Wahlen von 34 auf 46 Sitze, was 26 Prozent entspricht. Obwohl Frauen an den Universitäten und Fachhochschulen immer präsenter und somit besser ausgebildet sind, widerspiegelt sich dies nicht in den politischen Gremien.
Dass es engagierten weiblichen Nachwuchs für die St.Galler Politik gibt, zeigte die Podiumsrunde mit Tabea Grob (Kantonsrätin Grüne), Patricia Mattle (Präsidentin Junge CVP), Rahel Gerlach (Stadtparlamentarierin St.Gallen SP), Claudia Martin (Präsidentin Stadtparlament Gossau SVP), Yuan Yao (UNO-Jugenddelegierte der Schweiz) und Marisa Tanasoontrarat (Mitglied der Schweizer Delegation des «European Youth Parlament» 2006). Als «gestandene» Politikerin nahm Regierungsrätin Karin Keller-Sutter am Podium teil. Die Teilnehmerinnen
Weg in die Politik
Als Gemeinsamkeit bei den in politischen Funktionen tätigen Frauen zeigte sich die frühe Sensibilisierung in der Familie − sei es über politische Ämter der Eltern oder über lebhafte Diskussionen über verschiedenste gesellschaftliche Themen am Familientisch. Für die jungen Frauen war es somit kein «Riesenschritt» mehr in ein öffentliches Amt oder politisches Engagement.
Als Gemeinsamkeit bei den in politischen Funktionen tätigen Frauen zeigte sich die frühe Sensibilisierung in der Familie − sei es über politische Ämter der Eltern oder über lebhafte Diskussionen über verschiedenste gesellschaftliche Themen am Familientisch. Für die jungen Frauen war es somit kein «Riesenschritt» mehr in ein öffentliches Amt oder politisches Engagement.
Politisieren Frauen anders?
Unterschiede, wie Frauen und Männer politisieren, orteten alle Frauen auf dem Podium. Patricia Mattle meinte, dass Frauen andere Bedürfnisse haben und somit auch andere Themen als ihre männlichen Kollegen einbringen. Zudem sei der Umgang in gemischten Teams anders. Diesen Aspekt konnte auch Karin Keller-Sutter in ihrer Regierungsarbeit beobachten. Für sie ist es zudem zentral, dass der Machtanteil, aber auch die Verantwortung, auf Frauen und Männer aufgeteilt werden. Claudia Martin machte die Erfahrung, dass Frauen eher konsensorientiert und Männer eher zielorientiert politisieren.
Unterschiede, wie Frauen und Männer politisieren, orteten alle Frauen auf dem Podium. Patricia Mattle meinte, dass Frauen andere Bedürfnisse haben und somit auch andere Themen als ihre männlichen Kollegen einbringen. Zudem sei der Umgang in gemischten Teams anders. Diesen Aspekt konnte auch Karin Keller-Sutter in ihrer Regierungsarbeit beobachten. Für sie ist es zudem zentral, dass der Machtanteil, aber auch die Verantwortung, auf Frauen und Männer aufgeteilt werden. Claudia Martin machte die Erfahrung, dass Frauen eher konsensorientiert und Männer eher zielorientiert politisieren.
Gründe für geringen Frauenanteil
Als Grund für den immer noch kleinen Frauenanteil in der Politik sah Rahel Gerlach die Tatsache, dass den Frauen Vorbilder fehlen. Dem konnte auch Marisa Tanasoontrarat beipflichten. In ihrer Befragung von Thurgauer Jugendlichen stellte sie fest, dass auch weibliche Jugendliche denken, Männer würden politische und Wirtschaftsämter besser ausfüllen als Frauen. Patricia Mattle machte die Erfahrung, dass es den Frauen oft an Selbstbewusstsein fehlt und sie mit einem grossen Perfektionismus «kämpfen». Claudia Martin hingegen meinte, dass Frauen nicht auf grössere Widerstände treffen als Männer.
Als Grund für den immer noch kleinen Frauenanteil in der Politik sah Rahel Gerlach die Tatsache, dass den Frauen Vorbilder fehlen. Dem konnte auch Marisa Tanasoontrarat beipflichten. In ihrer Befragung von Thurgauer Jugendlichen stellte sie fest, dass auch weibliche Jugendliche denken, Männer würden politische und Wirtschaftsämter besser ausfüllen als Frauen. Patricia Mattle machte die Erfahrung, dass es den Frauen oft an Selbstbewusstsein fehlt und sie mit einem grossen Perfektionismus «kämpfen». Claudia Martin hingegen meinte, dass Frauen nicht auf grössere Widerstände treffen als Männer.
Wie den Frauenanteil erhöhen?
Der Quote als Massnahme zu Erhöhung des Frauenanteils stand die Mehrheit der Frauen eher kritisch gegenüber. Rahel Gerlach könnte sich vorstellen, die Quote für eine gewisse Zeit einzuführen, bis sich die Situation geändert hat und Frauen automatisch auch genügend Vorbilder haben. Patricia Mattle und Claudia Martin sahen die Quote als nicht förderlich an, da Frauen aufgrund ihres Wissens gewählt werden sollten und nicht wegen ihres Geschlechts. Tabea Grob andererseits argumentierte, dass in der Schweiz bereits einige akzeptierte Quoten wie zum Beispiel die Kantonsvertretung im Ständerat oder die Vertretung der Sprachregionen im Bundesrat bestehen. Warum also nicht auch eine Quote, die den Frauen eine gerechte Vertretung in den politischen Gremien verschafft?
Für Yuan Yao fangen die Massnahmen viel früher an. Sie plädierte dafür, dass Mädchen bereits im Kindesalter Verantwortung übertragen und vermittelt wird «Du kannst das!». Die Regierungsrätin Karin Keller-Sutter erachtete es als zentral, dass Frauen sich getrauen, wirtschaftliche und politische Führungspositionen zu übernehmen und so für viele junge Frauen als Vorbilder wirken.
Der Quote als Massnahme zu Erhöhung des Frauenanteils stand die Mehrheit der Frauen eher kritisch gegenüber. Rahel Gerlach könnte sich vorstellen, die Quote für eine gewisse Zeit einzuführen, bis sich die Situation geändert hat und Frauen automatisch auch genügend Vorbilder haben. Patricia Mattle und Claudia Martin sahen die Quote als nicht förderlich an, da Frauen aufgrund ihres Wissens gewählt werden sollten und nicht wegen ihres Geschlechts. Tabea Grob andererseits argumentierte, dass in der Schweiz bereits einige akzeptierte Quoten wie zum Beispiel die Kantonsvertretung im Ständerat oder die Vertretung der Sprachregionen im Bundesrat bestehen. Warum also nicht auch eine Quote, die den Frauen eine gerechte Vertretung in den politischen Gremien verschafft?
Für Yuan Yao fangen die Massnahmen viel früher an. Sie plädierte dafür, dass Mädchen bereits im Kindesalter Verantwortung übertragen und vermittelt wird «Du kannst das!». Die Regierungsrätin Karin Keller-Sutter erachtete es als zentral, dass Frauen sich getrauen, wirtschaftliche und politische Führungspositionen zu übernehmen und so für viele junge Frauen als Vorbilder wirken.
Den Schritt in die Politik erleichtern
Claudia Martin hat vom Mentoring eines Parteikollegen profitiert und empfindet diese Begleitung als ein wichtiges Mittel zur Unterstützung von jungen Frauen beim Einstieg in die Politik. Marisa Tanasoontrarat stellte in ihren Untersuchungen fest, dass Jugendliche geringes Interesse am Mitwirken in einer Partei haben beziehungsweise sich noch nicht festlegen wollen. Sie erachtet es darum als wichtig, dass den Jungen Zeit für die Suche nach ihrer politischen Ausrichtung gegeben wird und sie nicht zu aggressiv von den Parteien umworben werden. Tabea Grob machte in diesem Zusammenhang die Erfahrung, dass das St.Galler Jugendparlament eine sehr gute Plattform für interessierte Jugendliche ist. Hier müssen sie sich nicht parteipolitisch festlegen und können herausfinden, wo es sie «hinzieht».
Claudia Martin hat vom Mentoring eines Parteikollegen profitiert und empfindet diese Begleitung als ein wichtiges Mittel zur Unterstützung von jungen Frauen beim Einstieg in die Politik. Marisa Tanasoontrarat stellte in ihren Untersuchungen fest, dass Jugendliche geringes Interesse am Mitwirken in einer Partei haben beziehungsweise sich noch nicht festlegen wollen. Sie erachtet es darum als wichtig, dass den Jungen Zeit für die Suche nach ihrer politischen Ausrichtung gegeben wird und sie nicht zu aggressiv von den Parteien umworben werden. Tabea Grob machte in diesem Zusammenhang die Erfahrung, dass das St.Galler Jugendparlament eine sehr gute Plattform für interessierte Jugendliche ist. Hier müssen sie sich nicht parteipolitisch festlegen und können herausfinden, wo es sie «hinzieht».
Networking statt Frauensolidarität
Eine besondere Frauensolidarität in der Politik wurde von den Podiumsteilnehmerinnen nicht festgestellt. Erste Prioriät hat auch bei den Frauen die Funktion und der Einfluss in der eigenen Partei. Als wichtigen «Rückenwind» erachteten Patricia Mattle und Yuan Yao das Networking unter Frauen. Dies hat im Gegensatz zu den Männern bei den Frauen wenig Tradition, gewinnt aber auch beispielsweise an den Universitäten immer mehr an Bedeutung.
Eine besondere Frauensolidarität in der Politik wurde von den Podiumsteilnehmerinnen nicht festgestellt. Erste Prioriät hat auch bei den Frauen die Funktion und der Einfluss in der eigenen Partei. Als wichtigen «Rückenwind» erachteten Patricia Mattle und Yuan Yao das Networking unter Frauen. Dies hat im Gegensatz zu den Männern bei den Frauen wenig Tradition, gewinnt aber auch beispielsweise an den Universitäten immer mehr an Bedeutung.
Blick in die Zukunft
Susanne Vincenz-Stauffacher führte mit dem Statement eines Zukunftsforschers in die Schlussrunde ein. Nach ihm liegt die politische Zukunft in den Händen der Frauen. Deutschland wird bereits von einer Kanzlerin regiert und in unmittelbarer Zukunft könnten auch in zwei weiteren wichtigen Staaten – in Frankreich und in den USA – Frauen das Zepter übernehmen. Für die Podiumsteilnehmerinnen steht fest, dass sie sich auch weiterhin politisch engagieren werden, sei es in öffentlichen Ämtern oder anderen Funktionen. Ob wir die eine oder andere Frau wohl in Zukunft ein einem Regierungsamt wiedersehen werden? Freuen würde es uns!
Susanne Vincenz-Stauffacher führte mit dem Statement eines Zukunftsforschers in die Schlussrunde ein. Nach ihm liegt die politische Zukunft in den Händen der Frauen. Deutschland wird bereits von einer Kanzlerin regiert und in unmittelbarer Zukunft könnten auch in zwei weiteren wichtigen Staaten – in Frankreich und in den USA – Frauen das Zepter übernehmen. Für die Podiumsteilnehmerinnen steht fest, dass sie sich auch weiterhin politisch engagieren werden, sei es in öffentlichen Ämtern oder anderen Funktionen. Ob wir die eine oder andere Frau wohl in Zukunft ein einem Regierungsamt wiedersehen werden? Freuen würde es uns!

