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Atelier-Management

Aufbau und Führung eines eigenen Betriebes

Wie hoch ist mein Stundenansatz?
Wie sag ich's meinem Kunden und meiner Kundin?
Was geschieht in schwierigen geschäftlichen Situationen?

Die Beantwortung dieser und vieler anderer Fragen ist der Inhalt eines Moduls, das die Frauenzentrale in Zusammenarbeit mit der Modeschule Barbara Wegelin im vergangenen Jahr erfolgreich durchführte.

Die Teilnehmenden des Pilotprojekts kamen aus dem Bereich der Mode, da das Modul über die Modeschule ausgeschrieben war. Das Konzept allerdings ist branchenunabhängig, denn die geschäftliche Situation für handwerklich und kunsthandwerklich ausgebildete Personen ist im Falle einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ähnlich oder gleich. Es werden grundsätzliche marktwirtschaftliche Fragen aufgeworfen, von denen der finanzielle Erfolg der Arbeitstätigkeit abhängt.

Der Leitgedanke
Ausbildungen in Handwerk, Kunsthandwerk und Design sind die idealen Voraussetzungen einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Einteilung der Arbeitszeit, Lage und Art des Arbeitsplatzes bleiben in den eigenen Händen. Die Folge davon ist, dass die Einnahmen ebenfalls der eigenen Verantwortung unterliegen. Um einen Gewinn zu erzielen, muss die Geschäftsidee mit den marktwirtschaftlichen Gesetzen verknüpft sein. Das Verhältnis Preis-Leistung schafft die Verbindung zur Kundschaft. Die Stimmigkeit ist ausschlaggebend für den Erfolg. Es ist wichtig, die Zusammenhänge zu analysieren und die Geschäftsplanung mit dem Umfeld zu verbinden. Und hier setzt das Modul «Atelier-Management» an. Es geht um die marktwirtschaftlichen Elemente für Kleinstunternehmungen, die mit möglichst wenig finanziellem Aufwand gestartet und betrieben werden sollen.

Das Ziel
Nach Abschluss der Weiterbildung ist das eigene Projekt soweit ausgearbeitet und überprüft, dass es unter Berücksichtigung der Faktoren Kundenkreis, Finanzen und Planung nachhaltig aufgebaut, gestartet oder weitergeführt werden kann.
Die hochkompetenten Dozentinnen und Dozenten, die wir gewinnen konnten, waren die Voraussetzung, dass dieses Ziel in nur 4 x 2 Unterrichtstagen erreicht wurde. Alle waren sie bereit, die komplexen Zusammenhänge ihres Berufs auf die Situation von Kleinstunternehmungen anzupassen. Im Gegenzug trafen sie auf einen Kreis von engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die alle zum Schluss ihre Idee ausgearbeitet hatten. 80 Prozent werden ihr Geschäft starten oder haben bereits gestartet. Die Übrigen sahen sich veranlasst, in diesem Rahmen von der selbstständigen Erwerbstätigkeit Abstand zu nehmen.

Der Verlauf
«Was genau ist denn meine Geschäftsidee?»
Das Modul startete mit der Darstellung der Geschäftsidee. Dabei kamen die unterschiedlichen Ausgangslagen der Teilnehmenden zum Vorschein. Von der vagen Vorstellung bis zum bereits laufenden Atelier waren alle Facetten vorhanden − spannende Projekte, die unter der leitenden Hand von Urban Täschler, Unternehmenscoach, ausgeleuchtet und hinterfragt wurden.

«Erreicht mein Angebot diejenigen Kundinnen und Kunden, die ich mir vorstelle?»
Sonja Hardmeier, Marketingplanerin, stellte im Unterrichtsteil «Marketing und Geschäftsauftritt» in den Vordergrund, dass wirksame Werbung das von aussen sichtbare Resultat ist, dem eine sorgfältige Marktanalyse voraus geht. So stand die Frage «Wie erreicht mein Angebot diejenigen Kundinnen und Kunden, die ich mir vorstelle?» im Mittelpunkt. Auf dieser Grundlage wurden das Produkt, der Wunschkundenstamm sowie die Vertriebsmöglichkeiten ausgeleuchtet. Daraus leiteten alle Teilnehmenden den geeigneten Werbeauftritt für ihr Geschäft ab.

Von  «Wie hoch ist mein Stundenansatz?» zu «So hoch ist mein Stundenansatz.»
Bei Kurt Ehrbar, Treuhänder, ging es ums Geld. Das Resultat sollte ein Stundenansatz sein, dessen Preis-Leistungsverhältnis stimmt, alle Aufwendungen beinhaltet und von den Kundinnen und Kunden schliesslich auch bezahlt wird. Atemlos folgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Theorie und den zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Anhand des Budgets berechneten sie ihren Finanzbedarf; die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben lieferte den notwendigen Stundensatz. Und alle waren sich einig: So spannend kann Geld sein.

«Wie sag ich's meinem Kunden und meiner Kundin?»
Esther Nievergelt, Verkaufscoach, führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Verkaufskreis. Sie zeigte auf, was im Kundengespräch wichtig ist, was die Preisnennung vereinfacht und wo die Stolpersteine liegen. Video-Aufnahmen von inszenierten Gesprächssituationen machten deutlich, dass alle Spass am Kundengespräch hatten, die Preisnennung sich hingegen als rotes Tuch erwies. So wurde kurzerhand ein Nachmittag eingeflochten, bei dem es ausschliesslich um die Preisnennung ging: Die Lust, sich mit dem Preis zu beschäftigen, die Freude, sich selber den Preis sagen zu hören, die Preisnennung als Königsfrage.
In diesen Zusammenhang reihten sich auch Offerte und Preisliste, die von Barbara Wegelin, Modeschule, unterrichtet wurden. Sie trainierte verschiedene Möglichkeiten eines Arbeitsablaufs mit Schwerpunkt Voranschlag, Verlauf und Abschluss. Aufgrund der vorangegangenen Unterrichtsteile hatten die Teilnehmenden wichtige Fragen in Bezug auf die Preise beantwortet. So war es allen möglich, ein persönliches Offertpapier sowie eine Preisliste zu verfassen, abgestimmt auf die eigene Arbeitsweise.

«Was geschieht in schwierigen geschäftlichen Situationen?»
Susanne Vincenz-Stauffacher, Anwältin, fesselte die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden während eines Nachmittags mit zahlreichen hautnahen Beispielen aus ihrem Rechtsalltag. Anhand einer umfangreichen Dokumentation referierte sie über Rechte, Pflichten und rechtlichen Freiraum von Kleinstunternehmungen. Sie zeigte die Fallen auf und wie sie umgangen werden. Sie beantwortete die vielen Fragen der Teilnehmenden, die in Bezug auf das jeweilige Geschäftsvorhaben im Raum standen.

Applaus und Freude füllten die Räume, als am letzten Nachmittag des Moduls «Atelier-Management» alle ihre ausgearbeitete Geschäftsidee unter der Leitung von Urban Täschler vorstellten und mit der Ausgangsidee verglichen. Und es war klar, das Modul war ein voller Erfolg!
Die Resultate des Piltoprojektes sind aufgeschaltet unter www.modeschule.ch/Seite14.htm siehe «Ausgearbeitete Projekte»

Das nächste Modul «Atelier-Management − Erfolgreich im eigenen Atelier» findet statt am
02./03. September 2009
28./29. Oktober 2009
25./26. November 2009
17./18. Februar 2010

Die 4 x 2 Unterrichtstage dauern jeweils von 8.30 bis 16.00 Uhr. Für weitere Informationen steht Ihnen Barbara Wegelin gerne zur Verfügung